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Forum Onlinesucht : Gedichte Internetsucht

Forum Onlinesucht : Lyrik & Gedichte : Dunkle Virtualität : Forum Internetsucht : Forum IAD Forum Onlinesucht : Lyrik & Gedichte : Dunkle Virtualität

Internetsucht und dazu dann Gedichte? Manch Einem mag das suspekt erscheinen, mir haben diese Gedichte sehr geholfen. Kai-Uwe Götz aka Undertaker, schreibt in seiner Lyrik das, was man eh schon weiß, verleiht unterschwelligem Wissen eine deutliche Stimme und ebnet den Weg ins Bewusstsein. Wer mehr von dieser Denkenden Poesie lesen möchte, der besuche seine Seite Takers World!

Forum Onlinesucht : Lyrik & Gedichte : Dunkle Virtualität : Forum Internetsucht : Forum IAD Hinweis! Unter dem unten stehenden Verweis Community Board, sowie bei dem links platzierten Link Wave Forum, gelangt Ihr zum Forenboard dieser Domain. Ein spezielles Forum im gesamten Board ist das Forum Onlinesucht : Lyrik & Gedichte : Dunkle Virtualität : Forum Internetsucht : Forum IAD Forum Onlinesucht/Internetsucht, in dem auch Ihr als Gäste Schreibrechte habt, somit Erfahrungsaustausch betreiben, sowie Rat & Hilfe zum Thema Onlinesucht - Internetsucht anfragen könnt.




Dein Leben

Du denkst du hast alle Leiden durchlitten
Alle Fehler bezahlt
Du denkst du hast alle Träume verfehlt
Alle Schuld von dir gewiesen

Dich dürstet nach dem Trunke der Wahrheit
Und doch trägst du den Namen der Lüge
Je mehr ich dir sage was du bist
Um so größer wird dein Haß
Auf das Wenige das du zu wissen glaubst

Gleich wie mir
Bist du ein Kind fremden Ursprungs
Und unsicheren Endes
Es gibt kein Entrinnen für dich
Was du beginnst
Ist dem Ende schon nah

Vergebens verschleierst du dein Antlitz vor meinem Blick
Und ich sehe wie sehr du gesunken bist
Bei deinem mühsamen Emporkriechen

Ich habe dich getrieben
Den Blick zu wagen
Um deine Heuchelei
Dir zu offenbaren

Um dir zu zeigen
Das in deinem Innern
Sich die Gesamtheit verbirgt
Und doch bin ich einsam
Werde beherrscht
Durch deine Angst

Ich habe dich getrieben
Den Blick zu wagen
Um dir zu zeigen
Wie allgegenwärtig dein Irrtum
Wie sehr du vorübergehst
An deinem Leben
An mir

Wie Treibholz in den Strudeln der Ausweglosigkeit
So trägt deine Zeit mich davon
Im Dunkeln deiner Vorsätze
Treiben meine Träume ins Leere

Was bleibt ist das Wasser
Das über deinen Abgrund tropft
Was bleibt ist der Wind
Der den Sand über dein Grab weht
Und mit dem Wind
Das Echo jedes einzelnen Schreis
Doch deinen Schrei gilt es noch zu tun

Drum schrei endlich
Schrei um dein Leben
Schrei um mich
DEIN LEBEN ....

© Undertaker


Chatterleben

Die Kirchenglocken weckten ihn
Der Mund war ausgedörrt, der Kater riesengroß
Man kann etwas ändern an diesem Zustand
Z.B. Aufstehen, Duschen, Zähneputzen
Dachte er
Während er sich umdrehte und weiterschlief

Die Mittagssonne weckte ihn
Das Bett war verdreckt, der Raum stank
Man kann etwas ändern an dieser Wohnung
Z.B. Aufräumen, Lüften, Saubermachen
Dachte er
Während er sich umdrehte und weiterschlief

Die Unruhe weckte ihn
Die Sonne verschwunden, der Tag war vertan
Ich muß etwas ändern an meinem Leben
Z.B. Verlieben, Freuen, Glücklichsein
Wußte er
Während er aufstand und sich in den Chat einloggte

Zwei Jahre später erschoß er sich ....

© Undertaker


Dunkler Chat

Am Horizont der Tag er stirbt
Läßt jeden grau erscheinen
Blinde werden Könige
Im Reich des dunklen Chats

Dominant die Lüge
Entjungfert die Nacht
Stimmen sie tragen dich
Wie eine Welle durchs Netz
Doch an den Klippen
Stranden die Gutgläubigen

Schatten schleichen durch den Chat
Jede Quelle des Lichts
Ein Feind ihrer Durchschnittlichkeit
Undurchsichtig das Tun
Durchtrieben die Moral
Fragwürdig das Ziel

Sie nennen sich Hüter
Sie finden sich mystisch
Doch haben sie nichts weiter
Als Lügen für dich und die Angst für sich
Angst vor ihrem banalen Leben
Angst vor dem Nichtsein ....

© Undertaker


Maskenleben

Ein Raum voller Menschen
Übervoll und doch leer
Make-up ersetzt die Seele
Maskeraden nach Bedarf

Automatisiertes Lächeln
Hecheln nach Geborgenheit
Geboren aus Verlogenheiten
Belebt den toten Geist der Zeit

Tagein tagaus die gleichen Spiele
"Schaut nur her wie gut mir es geht"
Glückseligkeiten werden vorgegaukelt
Der Trug in trüben Augen bleibt unsichtbar

Das virtuelle Heim ist die private Hölle
Zufluchtsort des heiligen Scheins
Im Paradies der Gefühlsweltkastrationen
Läßt es sich wohlig einsam sein

Leergeträumt sind die Seelen
Fluchtwelten sind der letzte Trost
Auf der Reise durch das Leben
Am Ende mit der Sinnlosigkeit belohnt

Was bleibt vom Fest
Wenn das letzte Licht ausgeht?
Was bleibt vom Mensch
Wenn die Maske zum Gefängnis wird? ....

© Undertaker


WWW

Vernetzt
Bis das der Verstand glüht
Mit jedem Bit
Fließen tausend Gedanken
In taube Gehirne

Aufsaugen
Wort um Wort
Jede Silbe
Wie ein Mantra
Nachgesprochen

Der Monitor
Nur ein Spiegel
Des verlorenen Heute ....

© Undertaker


Worte in den Wind

Auf der Flucht vor dir selbst
Suchtest du Schutz
Und Vergessen - hier

Du wurdest aufgelesen am Strand der Einsamen
In dir die Hoffnung durch diese Nähe
Dir selbst entkommen zu können

Deine Eitelkeit wurde gestillt
Deiner Selbstverliebtheit Nahrung gegeben

Und als es begann zu Dämmern
Da wandtest du dich wieder ab
Zurück in deine Grenzen ....

© Undertaker


Egal

Hohles Schweigen
Fließt aus gleichgültigen Gesichtern

Öde Gedanken
Wälzen sich daher

Traurige Wahrheit
Von Tausenden Geschichten

Träge Gefühlsschwaden
Im trüben Gesellschaftsmeer

Dem alles überdrüssig
Und doch wie gelähmt

Gefangen in der Lethargie
Zu träge um sein Leben zu retten

Wie lange noch
Ist Dir alles egal? ....

© Undertaker


Chathaft

Benebelt
Mit diesem
Euch abhängig machendem
Zugehörigkeitsgefühl
Hechelt ihr
Euch selbst eingeredeten Idealen hinterher

Euer freier Wille verloren
In den Weiten des widerstandslosen
Zustimmens und Konformität
Ihr seid Gefangene
Auf Entzug des Verstandes
Doch dies scheint euch nicht zu stören

Auf Knien kommt ihr gekrochen
Den Haftverlängerungsantrag
Flehend hochhaltend
Darum bittend
Noch länger Insasse
Sein zu dürfen ....

© Undertaker


Chatten

Breitgetretene Halbwahrheiten
Heimlich verschobene Lügen
Öffentlich freundliche Ignoranz
Zehren an Vertrauen

Entfliehen
In eine Traumwelt
Gewoben aus schimmernden Gedanken
Nur festgehalten
Durch das Wort

Der Blick geht in Richtung
Langschattige Sonne
Streicht über die Silhouette der zweiten Heimat
Heimat einer Gemeinschaft
Entzweit und doch nicht getrennt

Das Lied der Vögel
Harmonisch klingen
Vergangene Jahre
Vermögen in der Sonnenweite
Jedoch nicht zu trösten

Aus der Wehmut
Eine Träne
Zerinnend im rissigen Asphalt
Zwischen Unkraut und Abfall
Zitternd
In den Wogen des sanften Windes

Vergessen wollend der Heimat
Und mit ihr vergehend
Fliegend zur Sonne
Zu den flimmernden Worten
Zur zweiten Heimat ....

© Undertaker





Forum Onlinesucht : Lyrik & Gedichte : Dunkle Virtualität : Forum Internetsucht : Forum IAD Und hier nun noch eines, ein Gedicht wie ein Fenster, eines durch das man schauen kann wenn es dunkel ist und sieht man ruhig hindurch und horcht, hört in sich hinein, so wird man ein Licht sehen, in all der Dunkelheit. Du magst es ahnen werter Leser, dieses ist mein absoluter Favorit! Sind die Worte, welche mir unendlich oft Wärme gaben und ein Lächeln, manchmal unter Tränen. Ich habe keine Ahnung was Undertaker in diesem Moment geritten hat, oder doch, es war die reine Hoffnung und er hat sie zu Wort gegossen. Es ist zum Sterben schön und darum hat es auch eine eigene Seite bekommen. Klick einfach darauf und es öffnet sich ein neues Fenster, ein Fenster zu etwas Hoffnung.

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